reich und berühmt

24. August 2006

Heute treibt sich ein Fernsehteam hier herum und beleuchtet meine Sachen mit Akkuratesse. Ich stehe sorgenvoll dabei und hoffe, daß ihnen meine Dreckecken nicht auffallen. Manchmal tue ich so, als ob ich dekoriere, oder löte oder in mein Weblog schreibe.

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Wenn ich auch nicht reich werde, so werde ich doch immerhin berühmt! Oder wenigstens berüchtigt…

GESTERN hatte ich einen ausgewachsenen Kater.

..und vorgestern hatte ich Geburtstag und habe eine Riesenparty gefeiert. Fünfzig. Tja….da kuckt ihr!

Ich bin in meinem ganzen Leben noch nicht so oft hintereinander umarmt worden. Ich hatte fünfzig Leute eingeladen und fast alle konnten kommen. Es war ein richtig schönes Fest und ich bin immer noch ganz glücklich.

Hier sind die Reste meiner Geburtstagdekoration…ziemlich mitgenommen mittlerweile…aber ich fand das sehr sinnig: voll erblüht, aber hält nicht mehr lange ;-)

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ganz was anderes

16. August 2006

Ich kann mir nicht helfen - meine Lust und mein Eifer, etwas in mein Blog zu schreiben, wurden durch das grobe und unhöfliche Ansinnen, weite Teile meines Blogs zu löschen, ganz schön gebremst.

Irgendwie komm ich mir vor wie eine dänische Zeitungsredaktion, die ein paar harmlose Karikaturen veröffentlicht hat…

Wie dem auch sei - es gibt andererseits genug Themen, über die es sich zu schreiben lohnt, über das wunderbare, frühherbstliche Wetter in Berlin zum Beispiel oder über Kochrezepte und Kindererziehung; ich könnte ein paar Tips zum Treppenputzen weitergeben oder einen kleinen Erfahrungsbericht über Magnete als Ohrclip-Ersatz veröffentlichen - das ist zwar hochbrisantes geistiges Eigentum, meins nämlich - oder nicht? Aber Eigentum ist bekanntlich Diebstahl, deswegen sollte man es schnellstens loswerden und der begierigen Öffentlichkeit entgegenschleudern.
Das mach ich heute aber nicht, denn ich bin zu faul, Fotos zu machen - und jede kleine Dokumentation braucht Fotos, sonst ist sie eine langweilige kleine Dokumentation. (sagt die jüngere Generation zumindest, die Bildchen braucht, um Rückschlüsse auf den Text ziehen zu können)

Nein.

Ich werde euch heute etwas anderes entgegenschleudern, nämlich einen Link, für dessen Inhalt ich natürlich nicht verantwortlich bin und von dem ich mich errötend distanziere nach Paragraph sowieso, blabla…

Ein zugegeben tendenziöser Film, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Sehr.

http://video.google.de/videoplay?docid=-1272980089639960023

tja

28. Juni 2006

…ich wußte es bisher selber nicht, aber bin ich in geheimer Mission unterwegs. Nicht gerade ununterbrochen, zwischendrin bin ich auch in Berlin und kümmere mich um Schmuck und Hausmeisterei und sich ins Leben stürzende Jugendliche, aber meine geheime Mission führt mich in merkwürdige Regionen im Westen in letzter Zeit, und sie ist so dermassen geheim, dass ich große Teile meines Weblogs löschen musste vor lauter Geheimhalterei…

Später mal…wenn ich meine geheime Mission zur Rettung von Kultur in den öden westlichen Provinzen beendet habe und meine Enkel herangewachsen sind, werde ich davon berichten…nein, was heißt berichten, ich werde hier und da etwas andeuten…oder vielleicht eine fiktive Geschichte erzählen, alle Orte und Namen und Begebenheiten frei erfunden und Ähnlichkeiten sind weiß Gott! nicht gewollt… aber im Moment sind mir die Hände gebunden und mein Mund ist versiegelt mit sieben Siegeln und ich selbst hab mich immer noch nicht von der Verblüffung erholt, unversehens in diese unglaublich geheime Mission geraten zu sein…

neuköllner slum

13. April 2006

ich habe meine Jungs mal gefragt, ob sie nicht doch lieber auf eine andere Schule gehen wollen, als auf diese Gesamtschule mit achtzig Prozent Ausländeranteil. Bucki, mein Pragmatiker, verneinte, weil seiner Ansicht nach könne er dort mit dem geringstmöglichem Aufwand das Abitur machen. Pauli, mein hochbegabter Schulversager, verneinte ebenfalls. Er fand, daß ihm die Schule einiges gebracht hätte. WAS denn, fragte ich ihn mißmutig. Sich durchzusetzen, antwortete er. Und wie willst du das machen? Du willst dich doch nicht prügeln, antworte ich, und denke an Lukes blaues Auge, mit dem er vor kurzem hier auftauchte.

Letztens sind drei Jungs hinter mir her gelaufen und haben ein bisschen rumgepöbelt, erzählt er daraufhin. Was ich denn für ein blödes T-shirt anhätte…was denn SLIPKNOT bedeuten würde…da hab ich mich umgedreht und hab gesagt, das ist griechisch und heißt: wer das liest, ist blöd. Da mussten die erstmal stehenbleiben und nachdenken. Und zum Nachdenken brauchen die eine Weile. Damit sind die so beschäftigt, daß sie einen in Ruhe lassen.

Er schmunzelte ein bisschen und setzte dann fort:
Nein, im Ernst: Man darf sich nicht einschüchtern lassen. Die meisten sind Angeber und Angsthasen und eigentlich ganz nett. Wenn man hier wohnt, muss man hier auch in die Schule gehn. Sonst traut man sich nicht mehr auf die Strasse. Oscar (der jeden Morgen in die JFK gefahren wird) findet es hier ziemlich unheimlich. Ich finde es hier gut.
Das war immerhin ein Argument.

Oscar ist vor ein paar Tagen auf der Strasse überfallen worden. Allerdings war das auf dem Kurfürstendamm, von einer Gruppe junger Russen. Das hat sein Weltbild um einiges erweitert.

Ich wünschte Herrn Schäuble ein halbes Jahr lang ein Einkommen von 1200 Euro und eine Wohnung in Neukölln. Das würde SEIN Weltbild auch um einiges erweitern. Oder auch nicht. Manche Leute sind ignorant von Geburt an. Ich jedenfalls lebe ganz gern in Neukölln und werde hier nicht wegziehn.

zwischendrin

12. April 2006

eigentlich will ich die ganze Zeit anfangen, über die Leuchter der Villa …ähm…Kunterbunt zu schreiben, aber es gibt soviel zu tun…

Ich muss Schmuck nach New York schicken, zu einer Ausstellung im Museum of Art and Design (früher hiess das American Crafts Museum, aber das fanden die wohl nicht mehr schick genug ) Die Ausstellung heißt LOOT! (auch ganz doll cool) und ist nicht mal verlinkt auf deren Seite…(faule Bande)

http://www.madmuseum.org/site/c.drKLI1PIIqE/b.1123491/k.F01F/April_2006.htm

Ich habe heute zwei Stunden telefoniert und das WEB durchsucht. Ich brauche ein Formular namens INF 3, das muss ich mit den Sachen beim Zollamt vorlegen.

Die werden dann irgendwas damit machen, ich nehme mal an, das stempeln eine ganz wichtige Tätigkeit sein wird, und dann kann ich Fedex beauftragen, mit einem Frachtbrief - Formular aufzutauchen, falls ich denn auch eine sogenannte proforma Invoice geschrieben habe. Das INF 3 Formular gibt es nicht zum runterladen bei zoll.de oder sonstwo, das muss man kaufen. Kaufen kann man das NUR in Rudow, bei einem auf solche Formulare spezialisierten Verlag…vielleicht kriegt man es auch bei der IHK, aber das wußte keiner so ganz genau.

Ich finde das irre. Abgesehn von den mitteralterlichen Zollbestimmungen werden einem dann noch zusätzlich solche Knüppel zwischen die Beine geworfen. Es ist bedeutet einen unglaublichen Zeitaufwand, ein Paket mit Schmuck regulär nach Amerika zu schicken.

Und dabei brauch ich doch eigentlich die Zeit, ihn erstmal zu MACHEN, verdammt!!!

Also auf nach Rudow, ein INF 3 einkaufen.

IDIOTEN!

ärger

19. Februar 2006

mein Beitrag zur unsäglichen Urheberrechtsdiskussion:
Leute, die lauthals den Schutz geistigen Eigentums fordern, haben ganz offensichtlich zu wenig davon.

nochn blog…

8. Februar 2006

Ich habe einen Praktikanten…
Das ist vielleicht so neu nicht, aber DIESER hier ist ganz neu und auch nur für drei Wochen bei mir, scharf überwacht von seinen Lehrern und Betreuern…
Fünfzehn Jahre alt, geknechteter Schüler einer Gesamtschule und gefangen in der anstrengendsten Lebensphase überhaupt UND mein Sklave für drei Wochen:
LUKE
und hier unser Blog für die nächsten drei Wochen (eingerichtet von Flece, innigsten Dank!)
http://heidezign.com/serendipity/

willis neues zuhause

3. Februar 2006

Willi ist heute umgezogen, in ein Hochhaus im märkwürdichen Viertel oben in Reinickendorf.
Dort gibt es ein Wellensittichzimmer in einer teppichbespannten Neubauwohnung. In diesem Zimmer stehn einige Wellensittichvillen herum und werden von drei Wellensittichen bewohnt : von zwei überdimensionierten, gelbgrünkarierten Monster - Wellis ( …ich hab vergessen zu fragen, wie die heissen, aber ich nehme an Fitti und Fetti) und von der blauen, dünnen, kleinen Frau Benjamin. Willi soll Frau Benjamins Freund werden und türkisfarbene Wellenkinder mit ihr zeugen, wozu etliche Bruthäuser schon bereit standen. Er war sehr aufgeregt ob dieser Aussichten. Langweilich wirds ihm dort auf keinen Fall - Bucki war zwar etwas bedenklich wegen der beiden Monster, die sahen so aus, als ob sie gerne Prügel austeilen würden, aber ich glaube, die sahen nur so aus. In echt sinds sicher so ein paar netter Trottel.

aus dem leben eines hausmeisters…

31. Januar 2006

Wenn man sich als brotloser Künstler eine üppige Wohnung finanzieren muss, ist das Hausmeistern keine so schlechte Methode. Treppenputzen könnte man als langweilig bezeichnen, oder als Möglichkeit, sich zwei Stunden lang dreimal in der Woche in kontemplatives Sinnen, auch Stumpfsinn genannt zu versenken, wäre da nicht der mp3player, mit dem man Abhilfe schafft. (Josef und seine Brüder, von Thomas Mann, gelesen von Gerd Westphal, zur Zeit)
Spannender sind schon die Zustände, in die man verfällt, wenn man sich mit den Folgen des asozialen Verhaltens - najagut, einzelner - Mieter konfrontiert sieht. Massive Zweifel an der Intelligenz der gesamten Menschheit sind noch moderat. Mordlust wird mir immer vertrauter.
Alle zwei Wochen im Schnitt sehen die Mülltonnen SO aus:

aufräumen

21. Januar 2006

Ich fange immer an zu spielen, wenn ich aufräumen muss. Deswegen dauert und dauert und dauert das…
Dann will ich stolz die drei aufgeräumten Ecken fotografieren, aber die Bilder werden nichts, weil die kleine Kamera schön Details fotografiert, aber sie hat noch nichts von Tiefenschärfe gehört.
Vermutlich findet SIE, dass ich nicht fotografieren kann, womit sie so Unrecht auch nicht hat.
Lampenlicht mag sie auch nicht sonderlich, dafür kann ich den Blitz nicht leiden.
Egal

Ich hab ein paar Details fotografiert.
Zum Beispiel:

Ohrschmuck, der auf der endlich freigeräumten Oberfläche meines Metallschranks liegt. Die Oberfläche ist ein rostiges Eisenblech, was ich mit Hartwachs behandelt habe.
Oder:

Meine Diplomarbeit, mal wieder gesäubert. Der hauchfeinste Halsschmuck, den es überhaupt gibt, glaub ich.
Oder:

Die häßliche Ikea-Lampe, die ich in den Ofen gesteckt und anschließend gerostet hab, damit sie besser zu den anderen Sachen passt.
Ich räume seit zwei Wochen auf.
Die besten Ideen kommen beim Aufräumen ;-)