nervtötende Vorweihnachtszeit?
Falls jemand noch nicht weiß, welchen Nachtisch es zu einem Weihnachtsessen geben könnte, hier ein Vorschlag von mir:
Weihnachtstrifle
Ein Trifle ist die englische Antwort auf Tiramisu, einfach herzustellen und ungleich variationsreicher. Man braucht für ungefähr vier Leute diese Zutaten:

drei bis vier Orangen
ein bis zwei Becher Sahne
eine Reihe Löffelbiskuits
eine Handvoll Minibaisers
eine halbe Packung Selbstmörderkekse (Das sind die weichen Kekse mit Orangenfüllung, vermittels derer man Selbstmord begehen könnte, weil man nicht aufhören kann, sie zu futtern)

Man zerkleinert das Kekszeugs und packts in eine Schüssel.

Dann schält man die Orangen mit einem sehr scharfen Messer so, dass auch die weiße Haut der Spalten verschwindet. Sind es Bio-Orangen, kann man vorher ein bisschen Schale in eine andere, große Schüssel reiben.

Vorsichtig die Spalten aus der Schale herausschneiden. Ich finds wichtig, das keine Spaltenhaut im Trifle landet. Das verdirbt das ganze Trifle.

Aus den Überresten der Orangen mit der Faust den restlichen Saft in die große Schüssel pressen und die Spalten mit dem Kekszeugs vermischen.

Man braucht in der großen Schüssel ungefähr ein kleines Glas Orangensaft. Möglicherweise presst man noch eine zusätzlich aus. Jetzt gießt man die Sahne in dünnem Strahl dazu und schlägt das Ganze ununterbrochen mit dem Schneebesen dabei.

Nun kann man würzen: Ich mag Muskat am liebsten dazu. Aber tut euch keinen Zwang an, wenn ihr Zimt, Nelken oder Cointreau gut findet. Kann man ja machen. Ich beschränke mich auf Muskat.

Dann wird solange geschlagen, bis die Creme weiche Spitzen bildet. Zucker in der Creme ist unnötig, das Ganze ist süß genug.

Zwei Drittel der Creme über das Kekszeugs und die Orangenspalten gießen.

Alles gut vermischen.

Den Rest der Creme obendrauf verteilen, glattstreichen und mit ein paar Minibaisers verzieren - oder auch nicht, ist mir doch egal.

Jetzt mindestens drei Stunden ziehen lassen. Länger ist besser.
So, fertig.
Man kann ein Trifle richtig gut variieren. Ein Sommertrifle zum Beispiel: anstelle der Orangen nimmt man Himbeeren, die Sahne wird mit Himbeersaft angerührt (hier braucht man Zucker) und man verwendet nur Biskuits. Das wird ganz leicht und duftend.
Oder man macht ein sehr elegantes Trifle aus Kirschen und anstelle von Biskuits nimmt man Amarettini. Da kann man die Sahne mit Rotwein und einem Hauch Bittermandelaroma anrühren. Faustregel für die Creme ist: Halb soviel Flüssigkeit wie Sahne.
Ausserdem kann man ohne Bedenken große Schüsseln voll davon herstellen, weil es am nächsten Tag noch besser schmeckt und jeder heimlich darin rumlöffelt, bis alles aufgefuttert ist.
Dezember 19th, 2009 at 20:40
Heidel, du sprichst mir aus dem vorweihnachtlichen Herzen! Ich habe wunderbare Duftkerzen entdeckt “Aunt Sadies Tree in a can” wenn man die Augen schliesst riecht man die Tanne, den Rest stelle ich mir vor….Noch ein Vorschlag zur Verwertung der BioOrangenschalen: selbstgemachte kandierte Orangenschalen, entweder in Schokolade getaucht als Konfekt oder als herrliche Zutat in den Pfeffernüssen oder Lebkuchen.
Mit einem scharfen Messer alles Weisse von den Schalen entfernen. In Streifen schneiden und in einem Topf bedeckt mit kaltem Wasser ansetzen. Zum Kochen bringen, das Wasser abgiessen und das ganze 3 Mal wiederholen. Mit Wasser und ausreichend Zucker ansetzen und langsam einkochen. Darf nicht karamelisieren. Wenn alles Wasser verkocht ist, die kandierten Streifen auf einem Teller (am besten auf Wachspapier) auslegen und trocknen lassen. Ist eine ziemlich klebrige Angelegenheit! Entweder in warme dunkle Schokolade tauchen oder kleinschneiden als das einzig geniessbare Orangeat verwenden.
Dezember 19th, 2009 at 23:04
sehr gut illustrierte, witzige Kochanleitung. Hast Du sicher selbst fotografiert, gratuliere.
Dezember 21st, 2009 at 2:35
na, das werd ich schnellstens ausprobieren, keine Frage!
mit Schokolade natürlich.
mjam!
Dezember 21st, 2009 at 19:17
Amen!
Jetzt brauch ich nur noch ein Geschenk für meine baldige Schwiegermutter. ;)
Das Rezept sieht nach Nachkochen aus. :) Danke dafür!
Dezember 26th, 2009 at 12:53
Liebe Heide, vielen Dank für das wunderbare Rezept und die politischen Informationen. Bisher dachte ich immer, dass Piraten meerfahrende, augenklappentragende Männer sind, die auf See großen Unsinn anstellen. Die Tokyo-Bilder haben mich sehr an Bangkok erinnert. Ich hoffe, du überlebst alles, bin erstaunt, dass du den intern. Führerschein hast (für was brauchst du denn den???) und wünsche dir einen guten Rutsch ins Jahr 2010 .. Liebe Grüße von mök mit Anhang, 2-, 3-und 4-beinig …